Individueller Versicherungsschutz

PKV-Tarifwechsel: Beiträge reduzieren, Leistungen gestalten, Beratung nutzen

Ob Familienzuwachs, veränderte Einkünfte oder neue Bedürfnisse – ein Tarifwechsel sorgt dafür, dass Ihr Versicherungsschutz zur Lebenssituation passt.
Oktober 2026

Ein Vorteil der Privaten Krankenversicherung (PKV) ist ihre Flexibilität: Sie können Ihren Versicherungsschutz jeweils an Ihre persönliche Situation anpassen. Der Tarifwechsel in der Privaten Krankenversicherung macht es möglich – und bietet Ihnen die Chance, Leistungen neu zu gestalten oder Beiträge zu senken, mit Unterstützung Ihres Versicherungsunternehmens.

Gut zu wissen: Sie haben jederzeit einen Rechtsanspruch auf den Wechsel in einen anderen Tarif Ihres Versicherungsunternehmens (§ 204 Versicherungsvertragsgesetz).

Ihre Vorteile beim Tarifwechsel

  • Alterungsrückstellungen sichern: Ihre angesparten Rückstellungen zur Beitragsentlastung im Alter bleiben vollständig erhalten.
  • Keine neue Gesundheitsprüfung: Bei einem Wechsel in einen Tarif mit gleichen oder niedrigeren Leistungen entfällt eine erneute Prüfung Ihrer Gesundheit.
  • Kompetente Beratung: Ihr Versicherungsunternehmen informiert Sie umfassend und nachvollziehbar.

Ein Beispiel aus der Praxis: Herr M., 42 Jahre, ist seit vielen Jahren privat krankenversichert. Nach der Geburt seiner Tochter möchte er seine Beiträge senken, um mehr finanziellen Spielraum für die Familie zu haben. Er fragt bei seiner Versicherung nach einem Tarifwechsel und erhält mehrere Vorschläge für gleichartige Tarife. Nach ausführlicher Beratung entscheidet er sich für eine günstigere Variante, spart damit jeden Monat Geld – und behält dennoch eine verlässliche Absicherung.

So läuft der Tarifwechsel ab

  1. Sie stellen eine Anfrage bei Ihrem Versicherungsunternehmen. Dabei sollten Sie möglichst nicht zu allgemein bleiben. Erklären Sie, warum Sie wechseln möchten und welche Leistungen Ihnen wichtig oder auch nicht so wichtig sind. Überlegen Sie am besten auch vorab, wie Sie zu einer Erhöhung des Selbstbehalts stehen und teilen Sie dies Ihrer PKV mit. Informationen zur Veränderung eines Selbstbehalts
  2. Sie erhalten Vorschläge für geeignete Zieltarife – mit allen Vor- und Nachteilen. Hierbei handelt es sich nicht um ein breites Tarifportfolio. Vielmehr nennt Ihnen Ihre PKV solche Tarife, die im Großen und Ganzen Ihren Vorstellungen entsprechen.
  3. Sie wählen den Tarif, der am besten Ihren Vorstellungen entspricht und zu Ihrer aktuellen Lebenssituation passt.

Ihr Versicherer wird dabei Transparenz über die Tarifwelt schaffen – also in Betracht kommende gleichwertige, leistungsstärkere und auch günstigere Alternativen darstellen. Gibt es keine geeigneten Tarife, teilt die PKV Ihnen auch dies mit.

Wichtige Regeln beim Tarifwechsel

Ihr Versicherer wird dabei Transparenz über die Tarifwelt schaffen – also in Betracht kommende gleichwertige, leistungsstärkere und auch günstigere Alternativen darstellen. Gibt es keine geeigneten Tarife, teilt die PKV Ihnen auch dies mit.

Wann ein neuer Risikozuschlag möglich ist

Bietet Ihr gewünschter Zieltarif die gleichen oder geringere Leistungen wie Ihr bisheriger Tarif, können Sie ohne erneute Gesundheitsprüfung wechseln. Mussten Sie bisher keinen Risikozuschlag zahlen, bleibt es weiterhin dabei. Ein bestehender Risikozuschlag bleibt in seiner prozentualen Höhe vom Beitrag ebenfalls unverändert.

Möchten Sie in einen Tarif mit höheren Leistungen wechseln, führt die Versicherung für die jeweiligen höheren Leistungen eine Gesundheitsprüfung durch. Bei einem erhöhten gesundheitlichen Risiko kann sie einen Risikozuschlag erheben oder im Extremfall den Wechsel in diesen speziellen Tarif ablehnen. In manchen Fällen gelten auch Wartezeiten. Das heißt: Neue Leistungen – etwa bei Zahnersatz, bei Einbettzimmer im Krankenhaus oder bei erweiterten Leistungen für Hilfsmittel – können Sie nicht sofort, sondern erst nach einer festgelegten Zeit nutzen. So stellen die Versicherer sicher, dass Beiträge und Leistungen im Gleichgewicht bleiben. Auch eine Verringerung des Selbstbehalts zählt als Mehrleistung und kann deshalb eine Gesundheitsprüfung erfordern.

Nicht nur auf den Beitrag schauen

Ein Tarifwechsel kann Ihre Beiträge spürbar senken. Achten Sie dabei aber auch auf die Leistungsseite: Günstigere Tarife gehen oft mit reduzierten Leistungen oder einer höheren Selbstbeteiligung einher. Prüfen Sie daher, wie sich das auf Ihre Arzt- und Behandlungskosten auswirkt. Auch Arbeitgeberzuschuss und steuerliche Vorteile können sich ändern.

Wechsel von Bisex zu Unisex ist endgültig

Ältere Tarife sind noch geschlechtsspezifisch (bisex) kalkuliert, ab Ende 2012 neu eingeführte Tarife hingegen geschlechtsunabhängig (unisex). Wechseln Sie von einem Bisex-Tarif in einen Unisex-Tarif, ist eine Rückkehr in die Bisex-Welt nicht mehr möglich. Sie können dann nur noch in andere Unisex-Tarife wechseln. Das hat der Gesetzgeber so festgelegt. Wenn Sie in einem Unisex-Tarif versichert sind, können Sie deshalb auch trotz langjähriger Versicherung nicht in den Standardtarif wechseln, da dieser ein Bisex-Tarif ist.

PKV informiert ältere Versicherte proaktiv über günstigere Tarife

Wenn Sie bereits 60 Jahre oder älter sind, erhalten Sie bei Ankündigung einer Beitragserhöhung zusätzliche Informationen. So erfahren Sie, ob es gleichartige Tarife wie Ihren aktuellen Tarif gibt, die für Sie günstiger wären. Ihre PKV teilt Ihnen dabei auch mit, wie hoch Ihr Beitrag wäre. 

Verfahren zum Tarifwechsel ist (nicht) genauer festgelegt

hr Recht auf einen Tarifwechsel ist zwar gesetzlich geregelt, jedoch gibt es wenige genauere Vorschriften zur Umsetzung. Wie die Versicherungsunternehmen Tarifwechsel organisieren, liegt in ihrer Entscheidung.

Zahlreiche private Krankenversicherungsunternehmen haben sich allerdings auf einheitliche Regelungen zum Tarifwechselverfahren verständigt. Dabei gehen sie im Sinne ihrer Versicherten über die gesetzlichen Vorschriften hinaus. So weisen sie ihre Versicherten bereits ab dem Alter von 55 statt 60 Jahren bei Beitragserhöhungen auf alternative Tarife hin. Stellen Sie eine Anfrage auf Tarifwechsel, antwortet die PKV innerhalb von 15 Arbeitstagen. Ist dies ausnahmsweise nicht möglich, erhalten Sie rechtzeitig eine Zwischenmitteilung. Für Rückfragen benennt Ihnen Ihr Versicherungsunternehmen einen direkten Kontakt. Jede Beratung zu einem Tarifwechsel wird zudem sorgfältig dokumentiert.

Alle Details und teilnehmenden Versicherungsunternehmen finden Sie in  den Tarifwechsel-Leitlinien der Privaten  Krankenversicherung.

FAQ: Häufige Fragen zum PKV-Tarifwechsel

Ja. Ein interner Tarifwechsel in der PKV ist grundsätzlich jederzeit möglich.

Ihre PKV berät Sie gerne. Wenden Sie sich dazu am besten an Ihren Versicherungsvermittler vor Ort oder die Ihnen genannte Niederlassung.

Die Beratung zum Tarifwechsel ist für Sie kostenfrei.

Ein Tarifwechsel findet unkompliziert innerhalb Ihrer bestehenden Versicherungsgesellschaft statt. Dabei bleiben Ihre Alterungsrückstellungen vollständig erhalten. Bei einem Wechsel zu einem anderen Unternehmen wird höchstens ein Teil dieser Altersvorsorge übertragen. Zudem steht bei einem Unternehmenswechsel in jedem Fall eine Gesundheitsprüfung an.

Sollte es im Rahmen der Umsetzung des Tarifwechsels zu Meinungsverschiedenheiten mit dem Versicherer kommen, können Sie sich an den PKV-Ombudsmann wenden. Er prüft Ihr Anliegen kostenlos und unabhängig.

Hinweis: Manche "Tarifoptimierer“ werben über Anzeigen oder rufen Versicherte sogar unerbeten an, um ihre Dienste anzubieten. Bitte seien Sie hier besonders vorsichtig – seriöse Informationen zum sicheren Tarifwechsel erhalten Sie direkt bei Ihrer Versicherung oder ihrem Vermittler. Mehr zu diesen Werbeaktionen erfahren Sie hier.