Organspende: Warum Ihre Entscheidung wichtig ist
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In diesem Jahr bietet der Juni zwei Anlässe, sich mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen: Am 6. Juni ist Tag der Organspende. Die zentrale Veranstaltung findet an zwei Tagen, dem 6. und 7. Juni, im Rahmen des Leipziger Stadtfestes statt. Zudem gilt seit dem 1. Juni 2026 eine wichtige Neuerung für Lebendnierenspenden.
Tag der Organspende
Seit 1983 findet der Aktionstag jährlich am ersten Samstag im Juni statt. Beteiligt sind Institutionen wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO), das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), medizinische Fachgesellschaften und Selbsthilfeverbände. Es ist ein Tag der Dankbarkeit gegenüber den Spenderinnen und Spendern, aber auch der Aufklärung darüber, was Organspende bedeutet und wie wichtig eine persönliche Entscheidung ist.
Die Zahlen: Bedarf und Spendebereitschaft
Ende 2025 standen in Deutschland etwa 8.200 Patientinnen und Patienten auf den Wartelisten für eine Organtransplantation. Im selben Jahr spendeten 985 Frauen und Männer nach ihrem Tod Organe, durchschnittlich konnten jeweils 3,1 Organe transplantiert werden. Weil nicht genug Spenderorgane zur Verfügung stehen, versterben täglich etwa drei Personen, die dringend auf ein Organ angewiesen sind. Gleichzeitig ist die grundsätzliche Spendebereitschaft hoch: Laut der letzten repräsentativen Befragung des BIÖG aus dem Jahr 2024 standen 85 Prozent der 14- bis 75-Jährigen einer Organspende nach ihrem Tod positiv gegenüber. Doch nur 45 Prozent der Befragten hatten ihre Entscheidung tatsächlich dokumentiert – sei es mit einem Organspendeausweis oder im Organspende-Register. Das Register stellt seit März 2024 die elektronische Alternative zum Organspendeausweis dar. Anfang Juni 2026 verzeichnete es rund 560.000 Eintragungen.
Ob Organspendeausweis oder Registereintrag: Es geht mehr als nur Ja oder Nein
In Bezug auf einen Organspendeausweis oder einen Eintrag ins digitale Organspende-Register sind drei Fakten wichtig:
- Sie können Ihre Zustimmung, aber auch Ihre Ablehnung einer Organspende festhalten. Mit Ihrer Festlegung entlasten Sie Ihre Angehörigen, die notfalls unter belastenden Umständen entscheiden müssen, was in Ihrem Sinne wäre.
- Bei Zustimmung können Sie notieren, ob Sie alle Organe und Gewebe spenden möchten oder welche Sie einschließen oder ausschließen möchten.
- Sie können Ihre Entscheidung jederzeit ändern.
Umfangreiche Informationen, die bei einer Entscheidung helfen können, bietet das Portal Organspende-Info.de des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). In einem Quiz können Sie dort auch Ihr Wissen zum Thema testen, z.B. ob es ein Höchstalter für die Organspende gibt. Kleiner Geheimtipp: Im 2025 war der älteste Organspender (Leber) 91 Jahre alt.
Wenn Sie Ihre Entscheidung über eine mögliche Organspende getroffen haben, können Sie auf dem Organspende-Infoportal des BIÖG einen Organspendeausweis herunterladen oder bestellen oder / und sich ins Organspende-Register eintragen. Voraussetzung hierfür ist ein Personalausweis mit Online-Ausweisfunktion.
Die Spendemöglichkeit einer Lebendnierenspende wurde erweitert
Nicht immer werden nur Organe verstorbener Spenderinnen und Spender transplantiert. So können beispielsweise Nieren und Teile einer Leber lebenden Personen entnommen werden. Bisher war dies nur zulässig, wenn sich die Beteiligten nahestanden, zum Beispiel durch Ehe, Lebenspartnerschaft, Verwandtschaft ersten oder zweiten Grades oder persönliche Verbundenheit.
Für die Lebendnierenspende gelten seit dem 1. Juni 2026 zusätzlich zwei neue Möglichkeiten:
Überkreuzspende (Cross-Over-Spende) – Wenn sich innerhalb eines Paares – d.h. von zwei sich nahestehenden Personen – die spendewillige und die erkrankte Person medizinisch nicht vertragen (inkompatibel sind), können nun zwei solcher inkompatiblen Paare ihre Spenden überkreuz durchführen. Beispiel: Spenderin A spendet an Empfänger B, Spenderin B an Empfänger A – sofern die jeweilige Kompatibilität gegeben ist.
Anonyme Nierenspende – Erstmals ist auch die sogenannte „nicht gerichtete anonyme Nierenspende" möglich. Dabei spendet eine Person eine Niere an eine ihr unbekannte Empfängerin oder einen unbekannten Empfänger. Diese Niere kann an ein Paar vermittelt werden, das sich zur Überkreuzspende bereit erklärt hat, aber kein passendes Pendant gefunden hat – oder auch an Einzelpersonen, die auf der Warteliste für eine Nierentransplantation stehen und für die kein Organ eines verstorbenen Spenders zur Verfügung steht.
E-Cards zum Tag der Organspende
Wenn Sie Menschen in Ihrer Umgebung motivieren möchten, sich über das Thema Organspende Gedanken zu machen, können Sie eine E-Card erstellen. Das Portal Tag der Organspende bietet Motive, die Sie in Social Media teilen können.