Gesundheitsschutz

Zecken & FSME – Wann sollte ich mich impfen lassen?

Früher nur im Sommer ein Problem, heute nahezu ganzjährig: Zecken sind länger aktiv als je zuvor. So sorgen Sie rechtzeitig für zuverlässigen Schutz.
Juli 2026

Zecken übertragen zwei besonders gefährliche Krankheiten: Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Während Borreliose gut mit Antibiotika behandelt werden kann, gibt es gegen FSME kein Heilmittel – Ärzte können hier nur die Symptome lindern. Den einzigen zuverlässigen Schutz bietet die Impfung.

Da Zecken aufgrund milderer Temperaturen mittlerweile fast das ganze Jahr über aktiv sind, ist die FSME-Vorsorge eine ganzjährige Aufgabe geworden. Zwar liegt die Hauptrisikozeit für Infektionen weiterhin zwischen April und November, doch ein Zeckenstich kann Sie heutzutage auch an milden Wintertagen treffen.

Um das ganze Jahr über geschützt zu sein, empfiehlt sich der Start der Impfung idealerweise im Herbst oder Winter. So bauen Sie den Schutz in der zeckenärmeren Zeit in aller Ruhe auf. Der vollständige Impfschutz umfasst drei Dosen; anschließend genügen regelmäßige Auffrischungen etwa alle drei bis fünf Jahre. Doch auch wenn Sie erst im Frühjahr oder Sommer an die Vorsorge denken, ist es nicht zu spät: Über ein sogenanntes Schnellschema (Impfungen in kürzeren Abständen) kann ein erster, belastbarer Impfschutz kurzfristig aufgebaut werden – zum Beispiel, wenn eine Reise in ein Risikogebiet kurz bevorsteht.

Wenn eine FSME-Impfung für Sie sinnvoll ist, vereinbaren Sie am besten direkt einen Termin bei Ihrem Hausarzt vor Ort oder einer Arztpraxis in Ihrer Nähe, um den passenden Impfplan zu besprechen.

FSME-Risikogebiete in Deutschland und Europa

Ein fast flächendeckendes Risikogebiet zieht sich im Süden Deutschlands von Baden-Württemberg und Bayern über die südlichen Teile Hessens, Thüringens und Sachsens bis ins südöstliche Brandenburg und östliche Sachsen-Anhalt. Hier ist das Risiko, infolge eines Zeckenstiches an FSME zu erkranken, deutlich höher als in anderen Gegenden. Doch auch im Saarland, in Mittelhessen und Rheinland-Pfalz sowie weiter nördlich in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gibt es einzelne Risikogebiete. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat 2026 185 Kreise in Deutschland als FSME-Risikogebiete eingestuft. Die Verteilung können Sie der unten stehenden Grafik der Stiftung Gesundheitswissen entnehmen.

Deutschlandkarte mit markierten FSME-Risikogebieten

Außerhalb Deutschlands sind vor allem folgende Länder betroffen:

  • in Mitteleuropa – Österreich, die Schweiz, Polen, Tschechien und die Slowakei
  • in Nordeuropa – die dänische Insel Bornholm (vereinzelt auch Seeland), Süd- und Mittelschweden, die Südküste Norwegens und Finnlands sowie Estland, Lettland und Litauen
  • in Südosteuropa – Ungarn, Kroatien, Slowenien und Albanien.

Vor einer Reise ins Ausland können Sie sich in den Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes sowie direkt beim RKI über das FSME-Risiko und empfohlene Reiseimpfungen informieren. Ebenso können die ausländischen Gesundheitsbehörden Auskunft zur FSME-Situation am Reiseziel erteilen.

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Die Stiftung Gesundheitswissen informiert umfassend darüber, wie Sie sich schützen können und wann Sie nach einem Stich zum Arzt gehen sollten.

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Wie gefährlich kann eine FSME-Infektion sein?

Derzeit sind in Deutschland nur wenige Zecken mit dem FSME-Virus infiziert. Das trifft selbst auf die Risikogebiete zu. Dennoch steigen die Fallzahlen: Im Jahr 2025 wurden in Deutschland insgesamt 693 FSME-Erkrankungen an das RKI gemeldet – das ist der dritthöchste Wert seit Beginn der Datenerfassung.

In den meisten Fällen verläuft eine Infektion unbemerkt oder nur mit milden, grippeähnlichen  Symptomen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen – und klingt dann wieder ab. Sie sollte trotzdem nicht unterschätzt werden: Bei 10 bis 30 Prozent der Erkrankten folgt nach einem kurzen beschwerdefreien Intervall eine zweite, gefährlichere Phase, in der das Virus auf das Nervensystem übergreifen kann. Dort könnte es zu einer Entzündung der Hirnhäute (Meningitis), des Gehirns (Enzephalitis) oder des Rückenmarks (Myelitis) kommen. Möglich sind dauerhafte Schäden wie Lähmungen, Konzentrations- und Sprachstörungen sowie kognitive Einschränkungen. In seltenen Fällen kann die Erkrankung auch tödlich verlaufen – so registrierte das RKI im Jahr 2024 drei Todesfälle, während das Jahr 2025 glücklicherweise ohne Todesfälle blieb.

Aktuell gibt es noch keine Medikamente, die gegen die FSME-Erkrankung selbst helfen. Der wirksamste Schutz ist deswegen die Schutzimpfung. Dies zeigen auch die Daten des RKI für 2025: 98 Prozent der gemeldeten FSME-Erkrankten waren nicht geimpft oder sie hatten keine vollständige Grundimmunisierung oder Auffrischimpfung erhalten.

Durch die klimatischen Veränderungen findet man in Deutschland zunehmend Insekten und Spinnentiere aus wärmeren Ländern – etwa aus Südeuropa, Afrika und Asien. Das gilt auch für Zecken. Seit einigen Jahren werden beispielsweise vereinzelt Exemplare der Gattung Hyalomma entdeckt, die gestreifte Beine hat und doppelt so groß ist wie der in Deutschland weitverbreitete gemeine Holzbock. 

Diese Zecken übertragen zwar nicht das FSME-Virus, aber andere gefährliche Krankheitserreger, etwa das Krim-Kongo-Virus, das abrupt hohes Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen sowie erhöhte Lichtempfindlichkeit auslösen kann. Bei schweren Verläufen kann es zu inneren und äußeren Blutungen kommen – bis hin zu Multiorganversagen, das tödliche enden kann. Die bisher in Deutschland entdeckten Hyalomma-Zecken trugen den Erreger jedoch nicht in sich.

Finden Sie eine Hyalomma-Zecke, können Sie diese für weitere Untersuchungen (fixiert mit einem Klebestreifen auf Papier) an das RKI senden: 

Robert Koch-Institut
ZBS 1 – „Zecke“
Seestraße 10
13353 Berlin

Für wen ist eine FSME-Impfung sinnvoll?

Die STIKO empfiehlt eine Schutzimpfung, wenn Sie

  1. in einem Risikogebiet wohnen oder zu Besuch in einem Risikogebiet sind und dort mit Zecken in Kontakt kommen können (also z. B. durch Freizeitgestaltung im Freien ein erhöhtes Zeckenstichrisiko haben) 
  2. durch Ihre berufliche Tätigkeit ein höheres Risiko auf Zeckenkontakt haben (z. B. als Landwirtin, Forstarbeiter oder Laborbeschäftigte)
  3. in FSME-Risikogebiete ins Ausland reisen und dort mit Zecken in Kontakt kommen können (z. B. bei Outdoor-Aktivitäten im Urlaub).

Die Wahrscheinlichkeit eines schweren Krankheitsverlaufs ist im Erwachsenenalter höher, doch auch bei Kindern besteht das Risiko einer schweren Erkrankung oder sogar von Langzeitfolgen. Da sich Kinder zudem häufiger im Freien aufhalten und von Zecken gestochen werden, wird auch für sie eine Impfung als sinnvoll angesehen. Eine Impfung ist ab einem Alter von einem Jahr möglich. Insbesondere wenn Ihr Kind noch im Kleinkindalter ist, sollten Sie aber vorab mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt das Ansteckungsrisiko gegen das Risiko von Impfreaktionen abwägen. Für Kinder stehen andere Impfstoffe zur Verfügung als für Erwachsene.

Grundsätzlich gilt, dass Sie im Vorfeld einer Impfung das Gespräch mit einem Arzt suchen sollten.

​​​​​​​Erstattet die PKV eine FSME-Impfung?

Eine pauschale Regelung zur Erstattung von Impfkosten durch die PKV gibt es nicht. Viele private Krankenversicherer verweisen in ihren Tarifbedingungen auf die Empfehlungen der STIKO. Trifft dies auf Ihre PKV zu, übernimmt sie die Impfkosten, wenn Sie in einem Risikogebiet wohnen. Andere Versicherer haben den FSME-Impfschutz ausdrücklich in den Versicherungsvertrag aufgenommen. Eine Impfung aufgrund des Jobs oder einer Reise (Reiseschutzimpfung) ist jedoch nicht zwangsläufig Teil des Versicherungsschutzes.

Schauen Sie in Ihren Versicherungsvertrag, welche Leistungen dieser umfasst. Im Zweifel kontaktieren Sie Ihren Krankenversicherer. Gelten Sie aufgrund Ihrer Berufsausübung als gefährdet, können Sie zudem prüfen, ob Ihr Arbeitgeber die Kosten für den Impfschutz trägt bzw. tragen muss.

Sind Sie aufgrund eines Zeckenstiches erkrankt, trägt Ihre private Krankenversicherung selbstverständlich die Behandlungskosten gemäß Ihrem Versicherungsvertrag.

Auch immer mehr private Unfallversicherungen decken finanzielle Folgen eines Zeckenstiches ab. Weitere Informationen dazu finden Sie unter: