Meningokokken-Impfung: Schutz vor gefährlicher Erkrankung
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Antonio_Diaz / iStock via Getty Images
Bisher galt die Empfehlung, Kleinkinder im Alter von etwa 12 Monaten gegen Meningokokken impfen zu lassen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat im Herbst 2025 ihre Impfempfehlungen aktualisiert, die im Februar 2026 nach Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) für die gesetzlichen Krankenkassen wirksam geworden sind. Es gibt zwei Impfzeitpunkte gegen unterschiedliche Meningokokkenarten: Eltern sollten ihre Kinder zunächst im Säuglingsalter und später im Alter von 12 bis 14 Jahren gegen Meningokokken impfen lassen.
Erstattet die PKV die Kosten für eine Impfung gegen Meningokokken?
Die PKV-Unternehmen legen individuell in ihren Tarifen fest, für welche Vorsorgeleistungen und Impfungen sie zahlen. Eine brancheneinheitliche Regelung gibt es also nicht. Viele PKV-Unternehmen verweisen aber in ihren Tarifbedingungen explizit auf die Empfehlungen der STIKO. Ist dies in Ihrem Tarif der Fall, übernimmt Ihre PKV auch die Kosten für die neuen Impfungen gegen Meningokokken. Erwähnt Ihre PKV die STIKO nicht, folgt daraus nicht, dass sie die Impfempfehlungen nicht aufgreift. Sollten Sie nach Sichtung Ihrer Versicherungsunterlagen unsicher sein, ob Ihre PKV die Kosten erstattet, fragen Sie am besten direkt dort nach.
Was sind Meningokokken und welche Folgen kann eine Infektion haben?
Meningokokken sind Bakterien, von denen es verschiedene Untergruppen (Serogruppen) gibt. In Deutschland sind die Serogruppen B, C, W und Y die Hauptverursacher invasiver Meningokokken-Erkrankungen.
Meningokokken-Infektionen sind in Deutschland zwar selten, tritt eine Infektion auf, verläuft sie aber häufig schwer. Sie kann zu Hirnhautentzündung (bakterielle Meningitis), Blutvergiftung (Sepsis) führen, bleibende Spätfolgen können Hörverlust oder neurologische Schäden sein. Im schlimmsten Fall verläuft die Erkrankung tödlich. Übertragen werden Meningokokken primär durch eine Tröpfcheninfektion durch engen Kontakt mit einer infizierten Person.
Warum ist die Impfung gegen Meningokokken im Alter von 12 bis 14 Jahren besonders wichtig?
Neben Säuglingen haben Jugendliche im Alter von 15 bis 19 Jahren das höchste Erkrankungsrisiko für eine Meningokokken-Infektion. Das gilt insbesondere für die Serogruppen A, C, W und Y. Durch eine Impfung vor diesem kritischen Alter wird ein Schutz aufgebaut, bevor das Risiko ansteigt. Darüber hinaus tragen Jugendliche den Erreger häufig asymptomatisch in sich, ohne selbst zu erkranken. Die Impfung dieser Altersgruppe leistet daher einen wichtigen Beitrag zum Schutz der gesamten Bevölkerung.
Der richtige Zeitpunkt für die Impfung
Die Impfung gegen Meningokokken kann ideal im Rahmen der Jugendgesundheitsuntersuchung (J1) durchgeführt werden. Sie ist zeitgleich mit anderen empfohlenen Impfungen möglich, darunter die HPV-Impfung zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs und auch weiteren Krebsarten. Wer die Meningokokken-Impfung im empfohlenen Alter von 12 bis 14 Jahren verpasst, kann sie bis zum 25. Geburtstag nachholen. Das gilt auch für Jugendliche und junge Erwachsene, die nach der bisherigen Impfempfehlung im Kleinkindalter gegen Meningokokken geimpft wurden.